Asni: Harfen und Fantasie - über mich - Presse
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The Harp & Hobbit
Wächtersbach. Harfen kennt der Musikfreund fast ausschließlich aus dem Sinfoniekonzert. Die Harfe asl Instrument der Hausmusik ist - sicher auch wegen der imposanten Ausmaße - nach einer großen Vergangenheit fast gänzlich in Vergessenheit geraten.
Astrid Nielsch hat mit ihrem von Leben und Gefühl durchpulsten Spiel auf der Barockharfe in der evangelischen Kirche ein Plädoyer für ihr Instrument gegeben, das die vielen Besucher auf lange Zeit an ein Konzert zerbrechlich-kammermusikalischer Atmosphäre und beeindruckender Tiefe zurückdenken lassen wird. Die Bremer Musikerin, die nach abgeschlossenem Studium der Konzertharfe Barockharfe studiert, läßt sich ganz auf die Ruhe ein, die sie homogen mit ihrem Instrument vrbindet.
Durchsichtige Gliederung der Dynamik und gestaltungsbewußter Aufbau der überwiegend von der Laute oder dem Tasteninstrument übernommenen Sätze verbinden sich zu einer runden Darstellungsweise. Wenn die altitalienischen Sätze des ersten Programmteils als Kunstmusik ihrer Zeit überwiegend Technik beanspruchten (wovon besonders Cesare Negris "Ballettszene für vier Hirten und vier Nymphen beeindruckte), gab der zweite Teil mit englischen Liedern ganz dem Gefühl Spielraum. Astrid Nielsch, die sympathisch natürlich in ihr Programm einführte, spielte lebendig konzipierte Melodiebouml;gen und wählte in hohem Maße treffende Tempi. Mit Robert de Vis&eaucute;e's Suite d-moll erklang höfisch getragene, balladesk angehauchte Musik vom Hofe von Ludwig XIV, mit der zartgliedrigen Musik entsprechender Sensibilität nachgeformt. Zum Abschluß erklang nach dem etwas hölzern gespielten C-Dur-Präludium aus Bachs "Wohltemperiertem Kalvier" mit Händels "Symphony" aus dem Oratorium Saul ein zweiminütiges Original-Harfensolo, eben keine auch auf manch anderem Instrument spielbare Musik, sondern speziell auf die Harfe konzipiert.
Ebenso fünf Stücke aus der anonymen "Musicalischen Rüst-Kammer auf der Harfe", mit rhythmischem Schwung ein wenig barock-volkstümlich, zum passenden Schluszlig; mit der beschwingten Bourrée nach dem überwiegend meditativ-nachdenklichen Charakter des Abends, der ohne Abstriche ein wirklich faszinierendes Konzert brachte.
Ralph Ziegler, Gelnhauser Tageblatt, 4. Februar 1993
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last updated: 12 March, 2004